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5 Fragen zu deiner Migräne: Gunda

Migräne-Portrait von Gunda

Johannes Windolph
Johannes Windolph

Johannes ist Fotograf, visueller Denker und Teil des Marketing-Teams bei M-sense. Selbst von Migräne betroffen, sucht er abseits gängiger Klischees nach neuen Perspektiven und spannende Geschichten rund um den Kopfschmerz.

Wer unter Migräne oder Spannungskopfschmerzen leidet, wird meistens selbst zum Experten dafür. Deshalb stellen wir jeden Monat eine M-sense Nutzerin oder einen Nutzer vor und lassen uns 5 Fragen beantworten.

Diesmal erzählt Gunda von ihrer Migräne. Sie ist Mutter von zwei Söhnen und hat schon viel ausprobiert gegen ihre Kopfschmerzen. Wenn du auch mal 5 Fragen zu deiner Migräne oder deinen Kopfschmerzen beantworten willst, schreibe einen Kommentar oder schicke uns eine Mail an kontakt@m-sense.de.


Name: Gunda

Tätigkeit: Hausfrau & Mutter

Kopfschmerzart: Migräne ohne Aura

Häufigkeit der Attacken: 1-2 Attacken im Monat



1. Wie wirkt sich deine Migräne auf deinen Alltag aus?

Ich bin Mutter von zwei Söhnen (6 & 8 Jahre), die sehr lebhaft und wissbegierig sind. Zu meinem Alltag passt häufige Migräne ungefähr so gut, wie ein Regenschirm zu einem Hamster. Jeder Tag ist ein neuer Balanceakt: Manchmal überstehe ich den Tag unbeschadet, manchmal brauche ich Medikamente. Langsam können die Kinder auch mal Rücksicht nehmen und sind auch mehr betreut, wenn ich Migräne habe. Dadurch wird alles etwas entspannter. Meine Kinder kennen mich nicht anders - sie nehmen es, wie es ist. Mein schlechtes Gewissen habe ich zum Glück schon vor vielen Jahren abgelegt. Mich plagt ja auch kein schlechtes Gewissen, wenn mein Arm gebrochen ist.

2. Wann hast du deine erste Migräne oder Kopfschmerz-Attacke gehabt und wie hat sich das angefühlt?

Ich hatte die erste Attacke mit 6 Jahren, vor meinem Kindergeburtstag. Das war wohl einfach zu aufregend für mich. Ich habe dadurch meine eigene Party verpasst und im Kinderzimmer im Bett gelegen. Regelmäßig Migräne habe ich seit dem ich 14 bin. Leider ist meine Mutter, von der meine Geschwister und ich die Migräne geerbt haben, nicht auf die Idee gekommen, damit mal zum Arzt zu gehen. Ich dachte jedes Mal, ich sterbe gleich daran, dass mein Kopf kaputt geht.

3. Machst du etwas zur Vorbeugung?

Präventiv benutze ich im Moment Cefaly, eine Elektrostimulation des Trigeminimus, eine Stunde am Tag. Das hat mir geholfen, die Attacken von täglich auf alle 2-3 Wochen zu reduzieren. Dazu nehme ich gegen die hormonabhängigen Attacken eine Antibabypille mit Gestagenen. Bei einem akuten Anfall helfen mir 600mg Ibuprofen plus ein Triptan. Dazu natürlich, wenn möglich, Ruhe. Mein bevorzugter Ort ist dann mein Bett - mit Ohrstöpseln, Zahnschiene, bei Dunkelheit und ohne starke Gerüche.

Außerdem mache ich Sport. Yoga würde ich gerne mal probieren, das war aber bisher zeitlich nicht möglich. In belastenden Phasen mit viel Migräne hat auch Psychotherapie geholfen. Meine Zahnschiene gegen Knirschen und Pressen in der Nacht hilft gegen Verspannungen. Eigentlich hilft auch die Progressive Muskelentspannung nach Jakobson. Das müsste ich mal wieder machen...

4. Kennst du einen guten Blog oder eine gute Seite die sich mit Migräne beschäftigt? Hast du eine “Community”?

Ich bin derzeit bei der Klinik Hirslanden (Zürich) in ambulanter Behandlung. Die veröffentlichen auch manchmal gute Infos auf Facebook. Auf der Homepage der Schmerzklinik Kiel gibt es sehr viel Nützliches zu entdecken. 

5. Hast du einen Tipp, den du anderen Betroffenen mitteilen willst?

Ich bin damit aufgewachsen, dass Migräne eine Art „Naturgewalt“ ist, die es durchzustehen gilt. Das hat mich jahrzehntelang eine Unmenge an Energie und Lebensqualität gekostet. Inzwischen weiß ich, dass viele kluge Leute noch mehr herausgefunden haben, was ich nutzen kann, um meine Lebensqualität zu verbessern. Und ich habe auch gelernt, dass ich diese Hilfe durchaus einfordern und annehmen kann / darf. Von Fachleuten und von meinem Umfeld.