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5 Fragen zu deiner Migräne: Janika

Johannes Windolph
Johannes Windolph

Johannes ist Fotograf, visueller Denker und Teil des Marketing-Teams bei M-sense. Selbst von Migräne betroffen, sucht er abseits gängiger Klischees nach neuen Perspektiven und spannende Geschichten rund um den Kopfschmerz.

Wer unter Migräne oder Spannungskopfschmerzen leidet, wird meistens selbst zum Experten dafür. Deshalb stellen wir jeden Monat eine M-sense Nutzerin oder einen Nutzer vor und stellen jeweils fünf Fragen. 

Hier erzählt uns Janika von ihrer Migräne. Wenn du auch mal 5 Fragen zu deiner Migräne oder deinen Kopfschmerzen beantworten willst, schreibe einen Kommentar oder schicke uns eine Mail an kontakt@m-sense.de.


Name: Janika

Tätigkeit: Beamtin

Kopfschmerzart: chronische Migräne mit Aura

Häufigkeit der Attacken: 4 - 5 Mal im Monat


Wie wirkt sich deine Migräne auf deinen Alltag aus?

Die meisten Menschen die mich kennen, wissen genau was mit mir während einer Migräne-Attacke passiert. Am besten versteht mich wohl mein Vater, der mir diese reizende Krankheit vererbt hat und selber 1 - 2 mal im Jahr davon betroffen ist.

Auf der Arbeit ist meistens nur die Aura selbst das Problem. Bekomme ich dort eine Attacke, lege ich für eine halbe Stunde meinen Kopf auf den Tisch und warte bis ich wieder etwas sehen kann. Danach fahre ich mit dem Auto nach Hause (zum Glück kurzer Fahrtweg). Dort angekommen lege ich mich direkt ins Bett und komme bis zum nächsten Morgen auch nicht mehr heraus. Mein Arbeitgeber ist zwar nicht sonderlich einfühlsam, duldet aber, dass ich wegen »Kopfschmerzen« nach Hause gehen muss.

Was passiert bei dir während einer Migräne-Aura? 

Ich habe Migräne mit Aura seit meinem achten Lebensjahr. Allerdings variieren diese von Attacke zu Attacke. Heute begleiten mich unter anderem Sehausfälle, die beschreibe ich immer so:

Es ist, als würde man auf eine weiße Wand schauen, in der Mitte davon hängt ein Bild. Wenn ich Migräne habe und vor der Wand stehend links oder rechts neben das Bild schauen würde, wäre das Bild wie aus der Umgebung ausradiert und ich würde aus dem Augenwinkel nur eine komplett weiße Wand sehen (gleiches gilt für den Straßenverkehr – Autos, Schilder u. ä. werden ausradiert).

Außerdem bekomme ich Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Taubheit an der kompletten linken Körperhälfte (inklusive der Zunge) sowie teilweise Schwierigkeiten mich zu artikulieren (ich vergesse Wörter oder Buchstaben...). Sätze formen ist dann anstrengend für mich und ich muss richtig nachdenken. Früher kam noch das »Alice im Wunderland-Syndrom« dazu.

Was ist der blödeste Kommentar, den du bisher bekommen hast?

  • Stell dich nicht so an, ich habe auch oft Kopfschmerzen.
  • Hast du genug getrunken?
  • Migräne ist eine erfundene Krankheit von Frauen.

Generell stört mich am meisten, dass diese Krankheit von vielen Leuten nicht wirklich ernst genommen wird. Ich wünsche niemandem Migräne, aber die Leute, die sagen es sind »nur Kopfschmerzen« könnte man mit so einem Erlebnis vielleicht vom Gegenteil überzeugen.

Was hilft bei dir, damit die Schmerzen verschwinden?

Ruhe, Ruhe und noch mehr Ruhe. Direkt ins Bett legen und versuchen viel zu schlafen. Das klappt zum Glück immer sehr gut – mein Körper scheint sich das Talent angeeignet zu haben,immer und überall schlafen zu können. Sind die Kopfschmerzen dann immer noch da, hilft mir eine »einfache« Neuralgin. Ich habe vorbeugend mal einige Monate Pestwurz genommen und nach einem Besuch in der Migräneklinik Königstein im Taunus natürlich Triptane getestet (z.B. Maxalt Lingua), aber die haben mir nicht wirklich geholfen. Hin und wieder hilft es mir auch, wenn Leute die mir nahestehen die Hand auf meine Stirn legen und leichten Druck ausüben oder ein kalter Waschlappen.

Wann hast du deine erste Migräne- oder Kopfschmerzattacke gehabt und wie hat sich das angefühlt?

Das erste Mal war ich acht Jahre alt und kam vom Spielen hoch in die Wohnung. Ich habe meiner Mama gesagt, dass ich Angst habe, weil ich den Buchstaben »K« nicht mehr aussprechen kann. Er war wie ausgelöscht aus meinem Gedächtnis. Daraufhin wurde natürlich der Notarzt gerufen, da meine Eltern Sorge hatten, es könnte etwas Neurologisches sein. Laut Notarzt hatte ich aber »nur« Migräne. Er hat mir eine Ibuprofen gegeben und gesagt, das würde schon wieder von selbst werden. (An diesem Tag stellte sich außerdem heraus, dass ich Ibuprofen nicht vertrage...). 

Damals hatte ich scheinbar auch noch das eher seltene »Alice im Wunderland-Syndrom«. Die Symptome hierbei lassen sich für jemanden, der es noch nie erlebt hat, schwierig beschreiben. Ich hatte das Gefühl Dinge, Arme und/oder Beine würden riesengroß sein, der Körper an sich jedoch sehr klein. Die Tablette, die ich nehmen sollte kam mir zwar nicht visuell, aber »vom Gefühl her« riesig vor. Meine Arme schienen nicht direkt zu meinem Körper zu gehören, sondern von irgendetwas fremdgesteuert zu werden. Glücklicherweise habe ich das nur als Kind einige Male erlebt, es ist eine sehr befremdliche Erfahrung.