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5 Fragen zu deiner Migräne: Mona

Johannes Windolph
Johannes Windolph

Johannes ist Fotograf, visueller Denker und Teil des Marketing-Teams bei M-sense. Selbst von Migräne betroffen, sucht er abseits gängiger Klischees nach neuen Perspektiven und spannende Geschichten rund um den Kopfschmerz.

Menschen die über viele Jahre an Migräne oder Spannungskopfschmerzen leiden werden oft selbst zum Experten für die eigene Erkrankung. Deshalb stellen wir regelmäßig einer M-sense Nutzerin oder einem Nutzer 5 Fragen. Diesmal erzählt uns Mona ihre Geschichte.

Name: Mona

Tätigkeit: Studentin

Kopfschmerzart: chronische Migräne ohne Aura

Häufigkeit der Attacken: 4-7 mal im Monat


Wann hattest du deine erste Migräne-Attacke und wie hat sich das angefühlt?

Meine ersten Migräneattacken hatte ich mit 8 Jahren, nicht so stark und häufig wie heute, aber ein Arztbefund beim Neurologen zeigt, dass ich tatsächlich schon ab der dritten Klasse in der Grundschule mit ca. drei Attacken im Monat zu kämpfen hatte. Auch damals gab es bereits Begleiterscheinungen wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. Wenn sich eine Attacke anbahnt, fühlt es sich an, als würden Gewitterwolken aufziehen. Sie brauen sich dann immer mehr zusammen, bis es kracht und es sich anfühlt, als würde mir jemand immer wieder ein brennendes Messer in den Kopf rammen. Der Schmerz der Einstichstelle strahlt dann vor allem auf die entsprechende Gesichtshälfte aus. Mit jedem Herzschlag fühle ich einen erneuten Stich. Wenn die Schmerzen die eigene Schmerzskala (1-10) übertreffen, will ich mich am liebsten auf die Straße legen und von einem LKW überrollt werden. Klingt dramatisch, aber in den Moment wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass der Schmerz endlich nachlässt bzw. ganz aufhört.


Was sind deine persönlichen Auslöser?

Meine persönlichen Auslöser sind stark histaminhaltige Lebensmittel wie z. B. Schokolade, lang gereifter Käse und geräucherter Fisch, sowie Getränke mit Alkohol. Die versuche ich ganz zu vermeiden. Unmöglich gestaltet es sich dagegen, das Wetter zu beeinflussen. Starke Temperaturschwankungen, extreme Hitze oder Kälte triggern genauso wie eine hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Veränderungen beim Luftdruck. Große Auslöser für meine Migräne sind auch Stress, Aufregung und hormonelle Veränderungen – ebenfalls Trigger, die leider nicht immer zu vermeiden sind. 

Bild: Mona (Selbstportrait)
Bild: Mona (Selbstportrait)

Was tust du, damit deine Schmerzen verschwinden?

Ich würde mal behaupten, richtig helfen tut nichts. Das Einzige, was ich tun kann, um die Schmerzen erträglicher zu machen, ist mich ins Bett zu legen, in einen dunklen Raum, ohne Geräusche, mit einem kalten Waschlappen und Pfefferminzöl auf der Stirn, einem Wärmekissen auf dem Bauch oder an den Füßen, die Fingerknöchel in die Stirn gebohrt, den Daumen in den Hinterkopf gedrückt.

Ich habe sowohl alternative Methoden, als auch Schulmedizin ausprobiert. Sowohl der jahrelange Besuch bei einer Heilpraktikerin, Akupunktur, Akupressur, Giftausleitungen, Darmsanierung, komplette Ernährungsumstellungen, Homöopathie, pflanzliche Mittel, Magnesiumkuren oder Cannabis (aufgrund meines Gehirnaneurysmas nur bedingt ausprobiert), als auch diverse Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin, Rheumatika, Triptane (ebenfalls aufgrund meines Aneurysmas nur bedingt probiert) und Novalgin wirken schlecht bis gar nicht. Am besten hilft mir Schlaf bei einer Migräne-Attacke. Doch muss ich es erst mal schaffen, trotz der heftigen zerreißenden Schmerzen in den Schlaf zu finden. 

Kannst du deiner Migräne oder deinen Kopfschmerzen auch etwas Positives abgewinnen? 

Ja, auch wenn das nach meiner letzten Antwort absurd klingt. Denn wenn man mit 22 Jahren bereits 14 Jahre Migräne hat, sensibilisieren sich die eigenen Körperempfindungen und Wahrnehmungen. Zum Beispiel nehme ich während einer Attacke Geräusche wahr, die ich sonst nie bemerke. Ich schätze das Leben nach einer überstandenen Migräne viel mehr wert als vorher. Dieses Gefühl hält zwar nicht lange an, aber der erste Moment, wenn man nach 30 Stunden schmerzfrei ist, ist eine Art High-Gefühl. Ich bin energiegeladen, kreativ und fühle mich wahnsinnig lebendig.

Ein weiterer Punkt ist, dass ich der Meinung bin, starke Schmerzen gut aushalten zu können. Im Laufe der Jahre entwickelt das Gehirn ein Kopfschmerzgedächtnis, die Attacken nehmen also tendenziell in ihrer Intensität immer mehr zu. Ich kann sie aushalten, wenn auch unter Qualen, aber ich kann die Schmerzen aushalten!

Ein Schmerzspezialist sagte einmal zu mir, ich hätte ein hypersensibles/-aktives Gehirn (kein ADHS), das zeitweise auf Hochtouren arbeitet und dann irgendwann laut STOP brüllt, zusammenbricht und herunterfährt. Eine Erklärung dafür wäre, dass ich auch gerne an freien Tagen von einer Attacke heimgesucht werde, dann, wenn ich eigentlich keinen Stress, sondern Ruhe habe. 


Was ist der blödeste Kommentar, den du bisher zu deiner Krankheit bekommen hast?

Ich hab' auch voll Kopfschmerzen.


Die 5 wichtigsten Dinge, die du während einer Migräne-Attacke brauchst?

  1. Schlafmaske und Ohrenstöpsel

  2. Olbas Tropfen (Destillat aus Pfefferminzöl, Cajeputöl und Eukalyptusöl)

  3. Schmerzmittel (Novalgin)

  4. Kühlpad

  5. Eimer 


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