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5 Fragen zu Migräne & Spannungskopfschmerz: Nadine

Diana Hagenberg
Diana Hagenberg

Diana ist Head of Marketing für M-sense. Sie spinnt Ideen, fährt Kampagnen, analysiert wie es läuft und tummelt sich bei Facebook, Twitter und Instagram.

Wer unter Migräne oder Spannungskopfschmerzen leidet, wird meistens selbst zum Experten dafür. Deshalb stellen wir jeden Monat einer M-sense Nutzerin oder einem Nutzer 5 Fragen. 

Nadine ist Krankenschwester und arbeitet viel im Schichtdienst, nicht einfach mit chronischen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Sie nimmt uns mit in ihren Alltag und beantwortet uns 5 Fragen. Wenn du auch mal dabei sein willst, schreibe einen Kommentar oder eine Mail an kontakt@m-sense.de.
 


Name: Nadine
Tätigkeit: Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Psychiatrie
Kopfschmerzen: chronischer Spannungskopfschmerz mit Migräne
Attackenhäufigkeit:
täglicher Schmerz (Spannungskopfschmerz) (auf der Skala von 1 bis 10 ungefähr eine 3), Migräne-Attacken ca. 2 mal in der Woche.


1. Wie wirkt sich deine Migräne auf deinen Alltag aus?

Mit 11 Jahren habe ich die Diagnose Migräne bekommen - damals wurde mir mitgeteilt, diese sei ein Überbleibsel meiner Epilepsie. Früher hatte ich nur wenige Attacken, ungefähr eine pro Monat, mittlerweile hat sich meine Diagnose aber erweitert: chronischer Spannungskopfschmerz und Migräne. Ich habe nun seit einem Jahr fast täglich starke Schmerzen, was sich natürlich extrem auf meinen Alltag auswirkt.

Für meinen Partner ist es sehr schwer, mich täglich an diesen Schmerzen leiden zu sehen - gerade auch, weil sie vorher nicht da waren. Er fühlt sich oft überflüssig, da er mir nicht helfen kann. Genau so tut es mir immer wieder leid, wenn ich Termine, Geburtstage oder Partys absagen muss, oder mein Partner alleine hingehen muss, weil ich einfach nicht kann. Meine engsten Freunde akzeptieren das zum Glück. Bei nicht so guten Freunden oder Bekannten höre ich leider oft Kommentare wie “Es sind doch nur Kopfschmerzen.“ oder “Nimm eine Tablette und gut.”. Das ist wahrscheinlich nicht böse gemeint, aber aus Unwissenheit werden Migräne und normale Kopfschmerzen oft in einen Topf geworfen.
 

2. Wie reagiert dein Arbeitgeber?

Ich arbeite seit 3,5 Jahren als examinierte Krankenschwester in der Psychiatrie. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job und mache ihn wirklich gerne. Mein Stationsleiter weiß von meiner Diagnose und ist mit dem Dienstplan sehr auf mich zugekommen (was nicht selbstverständlich ist). Er sorgt dafür, dass ich möglichst wenig kurzfristige Wechsel von Spätdienst auf Frühdienst habe, dass ich einen einigermaßen geregelten Dienstplan habe, und versucht, Stressfaktoren zu minimieren. Dafür bin ich sehr dankbar , denn gerade in der Pflege heißt es oft Stress, Wechseldienst, Personalmangel. Im Großen und Ganzen habe ich also Glück.

Trotzdem komme ich oft genug mit massiven Schmerzen nach Hause, weil der Dienst mir einfach nicht bekam. Gründe gibt es dafür viele, Unruhe, Lautstärke, zu wenig getrunken oder Mahlzeiten verpasst. Ich vermeide es soweit wie möglich mich krank zu melden, aber auch das kommt vor. Einmal war ich sogar nicht in der Lage, selbst anzurufen, und mein Partner musste mich krank melden. Meistens halte ich aber durch oder melde mich nur für einen Tag krank. Und dann mache mir ständig Gedanken darüber, dass ich meine Kollegen auf der Arbeit im Stich lasse (auch wenn diese immer verständnisvoll mir gegenüber sind und sagen: “Krank ist krank.”).

3. Was hilft dir bei Schmerzen?

Ruhe. Meist lege ich mich ins Bett und versuche zu schlafen, mein Hund ist dann mein treuer Begleiter und weicht mir während einer Attacke nicht von der Seite. Wenn das nicht reicht, kommen natürlich auch Tabletten zum Einsatz. Da habe ich schon sämtliche Sachen durch. Ibuprofen darf ich nicht mehr nehmen, meine Höchstdosis waren 2000 mg, woraufhin mein Körper eine knallharte Resistenz entwickelt hat. Novalgin Tropfen helfen ganz gut, die Tabletten hingegen kein Stück, obwohl es derselbe Wirkstoff ist. Vielleicht ist es ja auch nur Kopfsache.

Paracetamol kann ich auch in großen Mengen zu mir nehmen, aber außer dass es meine Leber schädigt, tut sich da nicht viel. Seit drei Monaten habe ich Maxalt für mich entdeckt und ich kann sagen: ein Traum! Die Schmerzen sind wie weggeblasen. Aber jeden Tag so eine Tablette einwerfen geht leider auch nicht.

Nun versuchen mein Neurologe und ich es mit Amineurin, eigentlich ein Antidepressivum, was aber als positive “Nebenwirkung” den Effekt hat, bei chronischen Schmerzen zu helfen. Ich bin gespannt und hoffe auf Besserung. Was mir oft auch hilft, sind Yoga und entspannende Spaziergänge mit meinem Hund.

4. Kannst du deinen Schmerzen etwas Positives abgewinnen?

Einigermaßen praktisch ist, dass man die Schmerzen immer als Ausrede nehmen kann. Klingt gemein, aber hat ab und zu Vorteile - zum Beispiel, wenn man eine Party ausfallen lassen kann, nachdem man 10 Stunden gearbeitet hat. Das sollte man aber nicht oft machen, sonst glaubt einem keiner mehr, wenn man tatsächlich Schmerzen hat.

Etwas anderes Positives ist, dass ich mich und meinen Körper besser einschätzen kann. Ich weiß zum Beispiel, dass ich eine gewisse Menge an Flüssigkeit und Schlaf benötige, damit ich den Tag überstehe. Ich merke, dass eine Attacke im Anmarsch ist, wenn ich ohne Grund zickig oder unzufrieden bin - oder natürlich, wenn ich eine Aura bekomme, die bei mir meistens mit starken Sehstörungen und Lärmempfindlichkeit einhergeht.

5. Kennst du die Auslöser deine Migräne? Wie gehst du damit um?

Ich habe leider bemerkt, dass Rotwein ein Auslöser meiner Migräne-Attacken ist. Also muss ich komplett darauf verzichten. Zum Glück gibt es noch Weißwein! Zusätzliche Auslöser sind bei mir Schlafmangel, Lärm und übermäßiger Stress.