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Die Top 5 Vorsätze von Migräne-Betroffenen

Die Top 5 Vorsätze / Bild: Andrew Measham via Unsplash

Mona Kattwinkel
Mona Kattwinkel

Mona ist Studentin, Bloggerin und nicht zuletzt Migräne-Expertin. Sie leidet an Migräne seit dem sie 8 Jahre alt ist und engagiert sich als Mitglied einer Selbsthilfegruppe für Migräne innerhalb der MigräneLiga e.V. Deutschland.

2018 hat begonnen – ein guter Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, was man vom neuen Jahr erwartet, welche Ziele man erreichen und was man ändern will.

Die Top 5 Neujahrsvorsätze der Allgemeinheit

  1. Gesünder ernähren
  2. Mehr Sport treiben
  3. Stress vermeiden
  4. Mehr Zeit für Familie und Freunde
  5. Rauchfrei leben

Die Top 5 Neujahrsvorsätze von Migräne-Betroffenen

Welche Vorsätze und Ziele sich Migräne-Betroffene setzen, haben wir in einschlägigen Facebook-Gruppen nachgefragt. Erstaunlicherweise unterscheiden sich diese ganz maßgeblich von den fünf am häufigsten genannten Neujahrsvorsätzen der Allgemeinheit.

Diejenigen, die schon jahrelang unter Migräne leiden, haben schon so gut wie alles ausprobiert. Die Liste ihrer Arztbesuche ist lang, die der getesteten Prophylaxen und Therapiemaßnahmen noch länger. Sie haben alle gängigen Triptane, Schmerzmittel, Medikamente gegen Übelkeit oder andere migränebegleitenden Symptome ausprobiert, haben alle Untersuchungen machen lassen und kennen ihre persönlichen Migräne-Auslöser.

Viele ihrer Vorsätze beziehen sich nicht auf ihren Lebensstil, sondern eher auf die Art und Weise mit dieser Erkrankung umzugehen und mit Migräne zu leben.

1. Eure Vorurteile sind mir egal

Sie nehmen sich zum Beispiel vor, sich weniger über Vorurteile, dumme Sprüche oder Meinungen anderer aufzuregen und davon beeinflussen zu lassen. Kommentare von Zweiflern und Kritikern zu ignorieren und eine gelassenere Haltung gegenüber solchen einzunehmen.

»Je älter ich geworden bin, umso weniger möchte ich mich mit negativen Sachen und Menschen umgeben und die Zeit für positive und Freude bringende Dinge nutzen. Ich bin 70 und da ist die Zeit wertvoll geworden.« – Eveline Maria Geck

2. Meine Migräne ist nicht mein Feind

Sie setzen sich als Ziel, die Migräne weniger als einen bösen Feind anzusehen, sondern sie als festen Bestandteil in ihrem Leben zu akzeptieren, ihr jedoch weniger Bedeutung zu geben. Im neuen Jahr möchten sie sich wieder mehr dem Schönen im Leben zuwenden und sich auf die positiven Dinge konzentrieren.

»Dem Ganzen nicht mehr so viel Beachtung schenken. Mich dem Guten zuwenden.« – Anonymer Nutzer
»In Bezug auf meine Migräne hatte ich schon vor 20 Jahren den Vorsatz in die Tat umgesetzt, ihr einfach nicht mehr soviel Bedeutung beizumessen. Seit dem lebe ich mit ihr entspannter, obwohl es manchmal nervt.« – Eveline Maria Geck
»Ich möchte weiterhin auf die Signale achten, jedoch diese nicht zu sehr in den Vordergrund heben.« – Lea Sommer

3. Entspannungstechniken eine Chance geben

Oft unterschätzt werden alternative Therapiemethoden wie die Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Autogenes Training. Dabei ist es gerade als langjähriger Betroffener wichtig, neben medikamentösen Prophylaxen eine für sich passende Methode zu finden, die Stress abbaut, Verspannungen löst und die Entspannung fördert.

»Ich nehme mir vor, 2 mal die Woche 30 Min Ausdauer, und Yoga zu machen. Und weniger Zucker zu essen, 1. hilft mir der Sport aktiv gegen Migräne und 2. fühle ich mich besser und kann einer Attacke besser entgegenstehen!« – Marion Ruff

4. Weg mit den Schuldgefühlen

Viele setzen sich auch das Ziel, sich weniger schlecht und schuldig zu fühlen, wenn sie sich mal wieder aufgrund von Migräne krankmelden, oder eine Verabredung absagen müssen – denn die stundenlangen Schmerzen und die damit verbundene Verzweiflung sind schon schlimm genug. Da haben Gefühle wie Schuld, Scham oder ein schlechtes Gewissen dem Arbeitgeber, Freunden oder Familienangehörigen gegenüber keinen Platz. Niemand muss sich für eine Absage aufgrund einer Migräne-Attacke, die nunmal kommt, wann sie will, rechtfertigen oder besser noch entschuldigen.

»Ich lasse mich häufig überreden, obwohl ich eigentlich nicht möchte, oder es mir eigentlich nicht gut genug geht. Aber der gesellschaftliche und soziale Druck oder die Erwartungen anderer… Mein Vorsatz: Sich weniger dafür entschuldigen, dass man nicht kann und absagt.« – Anonymer Nutzer

5. Nein sagen

Lernen, öfter mal NEIN zu sagen, sich aus Selbstschutz aus dem Verkehr zu ziehen, sich genügend Ruhe und Auszeiten zu gönnen, ist völlig in Ordnung und bedarf keiner Rechtfertigung. Die Erwartungshaltung anderer und die womöglich auftretende Enttäuschung bei Nichterfüllung müssen andere einfach aushalten und akzeptieren.

»Wir wissen auch, dass wir wohl einfach [...] egoistischer werden "müssen".« – Laura Ketzer

Wie werde ich mein eigener Kopfschmerz-Experte?

Frisch gebackene Migräne-Betroffene stehen oft noch ganz am Anfang dieser Erkrankung und müssen sich meist erstmal viel mit dieser Krankheit auseinandersetzen. Sie begeben sich auf die Suche nach ihren persönlichen Auslösern, der wirkungsvollsten und verträglichsten Akutmedikation und der passenden vorbeugenden Methode. Das regelmäßige Führen eines Kopfschmerz Tagebuchs zum Beispiel in Form von unserer mobilen Kopfschmerz-App M-sense kann dabei helfen, Migräne und Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen und eine geeignete individuelle Behandlung zu finden.

Dieser oft langjährige und anstrengende Prozess bedarf oft viel Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen, Ausdauer und Zielstrebigkeit. Denn gerade bei alternativen Behandlungsmethoden wie der Progressiven Muskelentspannung, Meditation oder dem autogenen Training ist die Regelmäßigkeit beim Ausführen der Übungen von enormer Bedeutung, da sich nur dann Erfolge einstellen können.

»Diagnose erhalten und Behandlung planen. Und progressive Muskelentspannung und Yoga integrieren.« – Nadine Viola Ringwald

Wie kann man seinen inneren Schweinehund überwinden?

Jetzt haben wir eine Menge Vorsätze gesammelt, doch jedes Jahr scheitern die meisten Menschen bereits in den ersten paar Monaten des neuen Jahres an ihren Plänen.

Woran liegt das?

In den meisten Fällen liegt es daran, dass die Vorsätze nicht verbindlich genug sind. Meist sind es nur Wünsche oder lockere Vorhaben, jedoch keine klar formulierten Ziele.

So setzt du deine Vorsätze für 2018 erfolgreich um:

  1. Positiv und klar formulierte Ziele: Frage dich, was du im nächsten Jahr tun willst, anstatt zu formulieren, was du im nächsten Jahr nicht mehr tun willst.
  2. Mehr Verbindlichkeit: Such’ dir einen Sport-Partner, einen Migräne-Verbündeten, jemand, der dich motiviert und auch Durststrecken mit dir gemeinsam durch- oder übersteht.
  3. Visualisiere dein Ziel: Schreibe dir deine Vorsätze auf oder suche dir ein passendes Bild und hänge es gut sichtbar in deiner Wohnung auf.
  4. Setze dir realistische Ziele: Plane möglichst greifbar und konkret.
  5. Etappenziele: Plane deine Ziele in überschaubaren Etappen, teile zum Beispiel große Projekte in mehrere kleine Abschnitte. Überlege dir ein konkretes Datum oder einen genauen Zeitpunkt, bis wann du was erledigt oder geschafft haben möchtest und halte diese schriftlich fest.
  6. Hol’ dir mobile Unterstützung: Benutze zum Beispiel eine App auf deinem Smartphone, die dich täglich erinnert und motiviert.
  7. Belohne dich für Teilerfolge. Erfülle dir ein paar kleine Wünsche, wenn du das erste Etappenziel erfolgreich erreicht hast.
  8. Setze Prioritäten: Entscheide was dir wirklich wichtig ist und nimm dir nicht zu viel auf einmal vor.
  9. Handle aus eigenem Antrieb heraus: Deine Neujahrsvorsätze sollten intrinsisch motivierte Ziele und ganz persönliche Wünsche sein. Ignoriere Zweifler und Nörgler und beweise sie vom Gegenteil.
  10. Finde deinen eigenen Rhythmus: Nutze deine persönliche Leistungshochphase, um produktiv und aktiv an deinen Zielen zu arbeiten.