Durch die Nutzung unserer Website erklärst du dich ausdrücklich mit dem Einsatz von Cookies und der Verwendung deiner persönlichen Daten zum Zweck der Verbesserung unseres Internetangebots einverstanden. Diese Einwilligung umfasst auch den Einsatz von Dienstleistern durch uns, sowie die Weitergabe deiner Daten zu diesem Zweck. Nähere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung. .

Ich stimme zu

Migräne-Studie: Wie kann das Smartphone Betroffenen helfen?

Laura Rolfs
Laura Rolfs

Laura hat Psychologie studiert, Office Happiness Manager und Teil unseres Marketing Teams. Ihr Herz schlägt für die Aufklärungsarbeit, Antistigmatisierung von chronischen und psychischen Erkrankungen und Feminismus.

Wie sich die Versorgung von von Migräne-Betroffenen verbessern lässt, wollen wir in einer großen Studie erforschen. Gemeinsam mit der Charité Berlin, dem Kopfschmerzzentrum Nord-Ost und dem Universitätsklinikum Halle sowie den Krankenkassen AOK Nordost, BKK-VBU, IKK gesund plus und der BIG direkt gesund führen wir eine Studie zur smartphone-gestützten Migränetherapie durch. Markus Dahlem, Migräneforscher und Geschäftsführer von M-sense, erklärt im Interview worum es in der Studie geht und wie Betroffene daran teilnehmen können.

Markus, warum ist eine Studie zur smartphone-unterstützten Migränetherapie wichtig und sinnvoll?

Viele wissen nicht, dass Migräne eine ernste neurologische Erkrankung ist mit oft sehr gravierenden Beeinträchtigungen für die Betroffenen. Tatsächlich haben 15-25 Prozent aller Frauen und 6-8 Prozent der Männer weltweit Migräne-Attacken, die nicht nur aus einem sehr schmerzhaften Kopfschmerz bestehen, sondern in der Regel mit zahlreichen Begleitsymptomen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit einhergehen. Dazu kündigt sich die Schmerzattacke bei ungefähr 15-25 Prozent der Betroffenen mit einer sogenannten »Aura« an, die z.B. kurzfristig Seh- oder Sprachstörungen verursacht. So ist es kein Wunder, dass die Schmerzerkrankung häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und auch der Arbeitsfähigkeit führt. Viele Betroffene haben keinen Zugang zu den wenigen medizinischen Kopfschmerzexperten und Psychotherapeuten, die sich auf Kopfschmerz spezialisiert haben. Hier kann ein digitaler Begleiter wie M-sense den Zugang zu wirksamen Therapieverfahren erleichtern und Ärzte und Betroffene bei der Behandlung von Migräne unterstützen. Mit einer smartphone-gestützten Migränetherapie wollen wir so die Versorgung von Betroffenen verbessern.

Wie sieht diese neue Versorgungsform aus und welche Rolle spielt M-sense dabei?

Das Projekt SMARTGEM soll eine effektive, zeit- und kostensparende Therapie bei häufiger Migräne ermöglichen. Angebunden und behandelt werden die StudienteilnehmerInnen, je nach Wohnort, an ihrem Kopfschmerzzentrum in Berlin, Rostock oder Halle. Die Versorgungsform setzt sich aus drei Aspekten zusammen:

1. Mit M-sense können Patientinnen und Patienten ihre Kopfschmerzen dokumentieren und mögliche Trigger identifizieren. Das Therapiemodul in M-sense Active unterstützt die Betroffenen bei der Planung und Durchführung von Entspannungsverfahren und Ausdauersport. So hat haben Teilnehmende der Studie täglich Zugang zu wirksamen Methoden der Verhaltenstherapie. Außerdem vermittelt M-sense wichtiges Hintergrundwissen und zwar immer passgenau zum aktuellen Krankheitsverlaufs des Nutzers.

2. Die Ärzte der universitären Kopfschmerzzentren und niedergelassene Ärzte können sich über ein Telekonsil vernetzen und bezüglich der Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten beraten und abstimmen.

3. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt soll über ein ärztlich moderiertes Forum und eine Online-Sprechstunde in Form von Experten-Chats verkürzt und verbessert werden.



SMARTGEM - Studie zur smartphone-gestützten Migräne-Therapie

Das Ziel von SMARTGEM ist, mit Hilfe der M-sense App und einem moderierten Experten-Chat, Attacken und Schmerzmittelverbrauch von Patienten wirksam zu reduzieren.



Wie läuft die Studie ab?

Gefördert wird das Projekt für drei Jahre. Die Effektivität der neuen Versorgungsform wird in einer kontrollierten Studie mit 1.200 Patienten untersucht. 600 Probanden werden mit der Migräne- und Kopfschmerzapp versorgt, die Vergleichsgruppe erhält die App zunächst nur zur reinen Kopfschmerz-Dokumentation ohne Zugang zu den erweiterten Funktionen in M-sense Active. Eine Teilnahme an der Studie wird aber in jedem Fall nach Ablauf der vorgesehenen sechs Monate, mit einem kostenlosen Zugang zum Therapiemodul M-sense Active belohnt.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können Personen, die an mindestens 5 Tagen im Monat Migräne haben. Außerdem muss die Migräne vor dem 50. Lebensjahr begonnen haben und seit mindestens einem Jahr bestehen. Interessierte müssen aus dem Raum Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt kommen und sich in der Kopfschmerzambulanz der Charité, der Universitätsmedizin Rostock oder dem Universitätklinikum Halle vorstellen. Das Therapiemodul M-sense Active darf nicht länger als 2 Wochen benutzt worden sein und Teilnehmende müssen bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein (egal welcher).

Interesse?

Wenn du an der Studie teilnehmen möchtest, melde dich bitte hier:

Website: https://smartgem-projekt.de/
E-mail: smartgem@charite.de
Telefon: 030 450 560 887