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Ein Migräniker als Wetterfrosch

Beeinflusst das Wetter meine Migräne? / Bild: Rhendi Rukmana via Unsplash

Mona Kattwinkel
Mona Kattwinkel

Mona ist Studentin, Bloggerin und nicht zuletzt Migräne-Expertin. Sie leidet an Migräne seit dem sie 8 Jahre alt ist und engagiert sich als Mitglied einer Selbsthilfegruppe für Migräne innerhalb der MigräneLiga e.V. Deutschland.

Ob es einen Zusammenhang zwischen Wetter und Migräne gibt, ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen. Bisher gibt es leider keine konkrete Studie, die den Einfluss von bestimmten Wetterlagen auf Migräne-Attacken wirklich bestätigen kann.

Doch ich behaupte trotzdem: Ich bin ein Wetterfrosch! 🐸
Bist Du auch einer?

Ich reagiere auf starke Temperaturschwankungen, extreme Hitze oder Kälte sowie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Veränderungen beim Luftdruck mit Kopfschmerzen oder Migräne.

Hitze und Kälte löst bei mir Attacken aus

Verbringe ich im Sommer zu viel Zeit in der Hitze oder im Winter zu viel Zeit in der Kälte, beginnt meine Migräne meist mit einem Spannen und Ziehen in der Schläfengegend. Das fühlt sich an, als würde jemand meine Nerven im Kopf wie Kaugummi auseinanderziehen. Folgt bei Hitze kein rascher Rückzug in den Schatten oder bei Kälte keine Flucht ins Warme, entwickelt sich das Ziehen mal langsamer, mal schneller zu einem dumpf-pochenden Schmerz. Nun beginnt der kleine Schlagzeuger in meinem Kopf, seine Bassdrum im Rhythmus meines Herzschlags zu spielen. Hat er erstmal losgelegt, lässt er sich sehr schwer wieder aufhalten. Jeder Schlag ein Pochen.

Wetterwechsel

Steht ein Wetterwechsel kurz bevor, verändert sich auch der Luftdruck. Meist fällt dieser rapide ab, wenn sich das Wetter und die Temperaturen ändern. Während sich andere Menschen in der kalten grauen Herbstzeit freuen, wenn das Thermometer plötzlich nochmal sommerliche Temperaturen anzeigt, liege ich mit Schmerzen im Bett.

Ich spüre den Temperaturanstieg oder -abfall meist bereits ein paar Tage zuvor. Auf den Grund, bzw. Auslöser für meine Attacke komme ich dann meist erst im Nachhinein: Ein paar Tage später, wenn dunkle Wolken aufziehen und sich ein Gewitter zusammenbraut – oder es innerhalb von zwei Tagen 10° Temperaturunterschied gibt.

Ist das Wetter doch kein Auslöser?

Deshalb halte ich die Theorie von der selbsterfüllenden Prophezeiung (self-fulfilling prophecy), die gerade im Zusammenhang mit dem Wetter als Migräne-Auslöser von Wissenschaftlern gerne angeführt wird, in meinem Fall auch nicht für zutreffend. Zudem ich mich in der Regel nicht vorher über das Wetter informiere. Also ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass ich mit dem Wissen über kommende Wetterumschwünge oder extreme Temperaturschwankungen und der entsprechenden Erwartungshaltung eine Migräne-Attacke auslöse.


10 Tipps bei wetterbedingter Migräne:

  1. Trinken: Gerade an heißen Sommertagen und bei vermehrtem Schwitzen, verlieren wir viel Wasser und Mineralstoffe. Umso wichtiger ist es, viel und besonders magnesiumhaltige Getränke zu trinken.

  2. Schlafen: Bei einem unregelmäßigem Schlaf-Wach-Rhythmus verändert sich die Ausschüttung von Nerven-Signal-Substanzen und Hormonen in unserem Gehirn, wodurch die Gefahr und Intensität von Migräne-Attacken steigt. Wichtig ist regelmäßiger und erholsamer Schlaf, um einen möglichst stabilen Biorhythmus zu gewährleisten.

  3. Extreme Kälte vermeiden: Damit ist nicht nur das Wetter draußen gemeint, sondern auch der Kältereiz von Speisen und Getränken, der zu einer kurzfristigen Engstellung der Gefäße führen kann. Nicht umsonst gibt es sogar den sogenannten Eiscreme-Kopfschmerz.

  4. Schnelle Warm-Kalt-Wechsel meiden: Bei empfindlichen Menschen können plötzliche Warm-Kalt-Wechsel (z.B. durch Klimaanlagen im Auto) zu Kopfschmerzen führen. Wichtig ist, darauf zu achten, die Temperaturen nur langsam zu verringern bzw. zu steigern.

  5. Temperaturwechsel-Training: Bewegung im Freien, Sauna- und Kneippgänge sowie Wechselduschen können den Körper an Temperaturschwankungen gewöhnen und den Organismus abhärten, die Gefäße im Gehirn trainieren sowie das Immunsystem stärken. So eine Desensibilisierung kann dafür sorgen, dass man weniger schnell und intensiv auf die Launen des Wetters reagiert.

  6. Starke Düfte reduzieren: In der heißen Jahreszeit sollten schmerzempfindliche Menschen auf starke Parfüms oder parfümierte Seifen und Shampoos verzichten, da sich bei Wärme Duftstoffe stärker entwickeln und so Kopfschmerzen auslösen oder verstärken können.

  7. Reisen entspannt angehen und klug wählen: Aufregung, Stress und Hektik bei An- und Abreise können den Kreislauf, den Blutzucker-Spiegel oder die Hormone durcheinander bringen und Kopfschmerzen verursachen. Hilfreich ist eine gute Zeitplanung sowie ausreichend Pausen, Proviant und Getränke. Beim Reiseziel sollte man sich zuvor über das Klima informieren und im Extremfall nur Orte wählen, die vom Wetter her kopfschmerzgünstig sind. Auch bei Reisen in die Alpen und Höhenwanderungen über 2500 Meter sollte unbedingt der Sauerstoffmangel und das Risiko einer Höhen- oder Berg-Krankheit bei der Planung berücksichtigt werden.

  8. Im Schatten bleiben: Bei erhöhten Ozonwerten, die gerade in den heißen und sonnigen Sommermonaten auftreten, sollte man sich am besten mit einem Kühlpad im Nacken in den Schatten zurückziehen, um Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Probleme weitgehend zu vermeiden.

  9. Entspannen: Wer entspannt ist, kann besser mit dem Wetterstress umgehen. Mit Entspannungstechniken wie Yoga, Pilates, Meditation oder der Progressiven Muskelentspannung kann man seine Muskeln, Atmung, Stimmung und Haltung trainieren.

  10. Gesunde Ernährung: Menschen, die sich bewusst und gesund ernähren, leiden weniger unter Wetterschwankungen. Am meisten bieten sich hier ausgewogene, vollwertige und dennoch leichte Mahlzeiten an. Verzichten sollte man dagegen auf fettige und blähende Speisen.