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Migräne & Magnesium

Vorsorge ist besser als Nachsorge. Das gilt auch bei Migräneattacken. Aber wie sorgt man am besten vor ohne direkt Medikamente zu sich zu nehmen? Ist Magnesium eine effektive Migräneprophylaxe und lohnt sich die tägliche Einnahme?

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Migräneprophylaxe mit der sinCephalea App

Wenn ich an Magnesium denke, denke ich immer als erstes an Muskelkrämpfe und die Supplementation beim Sport. Aber wusstest du, dass Magnesium auch eine alternative Prophylaxe von Migräneanfällen sein kann? Besonders bei Betroffenen die ungern direkt zu Migränemedikamenten greifen wollen gewinnt Magnesium an Beliebtheit. Aber was ist eigentlich dran an dem Mineralstoff? Wie er wirkt, in welcher Form du ihn am besten zu dir nehmen solltest, ob er überhaupt als Migräneprophylaxe geeignet ist und noch mehr erfährst du hier.

Wie wirkt Magnesium im Körper?

Magnesium erfüllt vielseitige Funktionen im menschlichen Körper. So ist es bei der Funktion von etwa 300 verschiedene Enzyme beteiligt, ist von essenzieller Bedeutung für den Erhalt der Knochen und Zähne und wirkt sich auch auf den Hormonstoffwechsel aus. Magnesium kommt außerdem bei jeglicher körperlichen Aktivität zum Einsatz. Dabei ist es zuständig für die Erregungsübertragung vom Nerv zum Muskel und für die Muskelkontraktion.

Nach dieser Aufzählung kann man sich vermutlich schon denken, dass ein Magnesiummangel im Körper nicht unbemerkt bleibt. Mögliche Symptome eines Mangels sind zum Beispiel Gefühllosigkeit, Kribbeln, Zittern und Krämpfe. Auch Migräneattacken werden mit Magnesiummangel in Verbindung gebracht.

Genauso ist auch eine Überversorgung möglich. Diese kann sich zum Beispiel durch niedrigen Blutdruck, Müdigkeit, Hautrötung oder verlangsamten Herzschlag bemerkbar machen. Oft kommt es vorher jedoch zu Erbrechen oder Durchfall, wodurch die „ernsthafteren“ Nebenwirkungen dann ausbleiben1.

Wann ist eine Migräneprophylaxe sinnvoll?

Bevor wir zu dem Thema Magnesium als mögliches Prophylaktikum bei Migräne kommen. Lass uns erst einmal kurz darüber sprechen, ab wann ein Prophylaktikum überhaupt empfohlen wird.

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft wurden folgende Kriterien aufgestellt, wann eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen wird:

  • 3 und mehr Migräneattacken pro Monat, die die Lebensqualität beeinträchtigen
  • Migräneattacken, die regelmäßig länger als 72 Stunden anhalten
  • Attacken, die auf eine […] Akkuttherapie (inkl. Triptanen) nicht ansprechen
  • Patienten, welche die Nebenwirkungen der Akkuttherapie nicht tolerieren können
  • Bei Zunahme der Attackenfrequenz und Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln
  • Bei komplizierten Migräneattacken mit beeinträchtigenden (z.B. hemiplegischen) und/ oder langanhaltenden Auren
  • Nach einem migränösen Hirninfarkt bei Ausschluss anderer Infarktursachen“

Insgesamt sei der Sinn einer medikamentösen Prophylaxe eine Reduzierung von Häufigkeit, Schwere und Dauer der Migräneattacken sowie die Prophylaxe des sogenannten MÜK (Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz)2.

Eignet sich Magnesium als Prophylaxe?

Die Leitlinienexpert:innen beschreiben die Studiendaten zu Magnesium als Prophylaxe als nicht völlig schlüssig. Sie berichten von einer Studie, in der keine Wirksamkeit in Bezug auf Migräne Symptome und Anfallshäufigkeit gezeigt werden konnte. In einer anderen aufgeführten Studie hingegen verringerte sich die Anfallshäufigkeit in der Magnesium-Gruppe um 41,6 %. Auch die Anzahl der Tage mit Akutmedikation gingen in der besagten Gruppe deutlich zurück2. Zusätzlich erwähnen sie weitere Studien, welche zur eher uneindeutigen Studienlagebeitragen3,4. Auch unsere Recherche ergab ein eher uneindeutiges Bild, wobei sich eine Meta-Analyse hervortat, die auf hohem wissenschaftlichen Niveau Ergebnisse aus vielen einzelnen Studien zusammenfassen konnte. In den untersuchten Studien konnte eine signifikante Verbesserung der Frequenz und Intensität der Migräneattacken nachgewiesen werden5.

Insgesamt muss man aber leider sagen, dass Magnesium bisher noch als Prophylaktikum mit geringer wissenschaftlicher Evidenz gilt2.

Im Rahmen der Meta-Analyse bezogen sie auch Studien ein, die der Wirksamkeit einer intravenösen Magnesiumgabe bei akuten Attacken nachgingen. Dort konnte gezeigt werden, dass das intravenös verabreichte Magnesium zur Linderung einer akuten Migräne innerhalb von 15 bis 45 Minuten führte5. Insgesamt ist die Studienlage in dem Bereich aber noch sehr dünn und die genauen Wirkmechanismen unklar, weshalb sich noch keine endgültige Aussage über die Wirksamkeit von Magnesium in der akuten Migränetherapie treffen lässt6.

Positiv kann die Akzeptanz und Verträglichkeit im klinischen Alltag hervorgehoben werden. Laut den Leitlinien wird Magnesium aufgrund der geringen Nebenwirkungen relativ häufig als zusätzliches Prophylaktikum eingesetzt2.

Welche Form von Magnesium als Prophylaktikum?

Magnesium ist im Gegensatz zu anderen medikamentösen Prophylaktika nicht verschreibungspflichtig. Du bekommst es in der Apotheke oder auch in vielen Drogerien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Häufig werden diese als Kombipräparate mit weiteren Vitaminen oder Mineralstoffen verkauft.

Die häufigsten Formen von Magnesium in Nahrungsergänzungmitteln sind Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat und Magnesiumcitrat.

Ob man eher zu Magnesiumoxid oder zu Magnesiumcitrat greifen sollte, ist abhängig von der individuellen Situation und Verträglichkeit. Es gibt Hinweise darauf, dass Magnesiumoxid besser im Körper gespeichert wird, während Magnesiumcitrat schneller vom Körper aufgenommen wird7.

Aber Vorsicht: Viele Nahrungsergänzungsmittel enthalten mehr Magnesium, als das Bundesinstitut für Risikobewertung als Tageshöchstdosis empfiehlt. Die empfohlene Tageshöchstdosis in Nahrungsergänzungsmitteln beträgt 250 mg. Schon ab 300 mg pro Tag kann es zu Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Die Verbraucherzentrale warnt außerdem davor, dass „Gleichzeitig aufgenommenes höher dosiertes Magnesium, Calcium, Eisen oder Zink […] sich gegenseitig bei der Aufnahme in den Körper behindern“ können7.

Am besten hältst du Rücksprache mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.

Magnesiumreiche Ernährung

Wie du bei uns sicherlich schon gelernt hast, spielt Ernährung bei Migräne eine wichtige Rolle! So musst du deinen Magnesiumbedarf nicht zwangsläufig durch Nahrungsergänzungsmittel decken, sondern kannst dies auch durch einen vermehrten Verzehr von magnesiumreichen Lebensmitteln erreichen.

Magnesium ist vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Als wahre „Magnesiumbomben“ gelten Kerne und Samen, wie Mandeln, Kürbiskerne, Leinsamen und Sesam. Wichtige Magnesiumquellen sind auch Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse wie Mangold oder Spinat und Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen8.

Es lohnt sich aber auch im Rahmen der Prophylaxe nicht nur Mineralstoffe wie Magnesium im Auge zu behalten. Neuere Studien zeigen nämlich, dass auch ein niedrig stabiler Blutzucker Migräne effektiv reduzieren kann9. Denn insbesondere starke Blutzuckerschwankungen können bei der Entstehung von Migräneattacken eine bedeutende Rolle spielen10. Deshalb ist eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält von großer Bedeutung. Der Stoffwechsel jedes Menschen reagiert allerdings individuell auf Lebensmittel. Deshalb lässt sich nicht pauschal vorhersagen, welche Lebensmittel welche Blutzuckerreaktion hervorrufen. Mit der Migräne-App sinCephalea kannst du jetzt aber individuell für dich testen, welche Lebensmittel deinen Blutzucker niedrig und stabil halten und so aktiv deine Migräne bekämpfen11.

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In der Sensorphase der digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) sinCephalea Migräneprophylaxe kannst du mittels eines Glukosesensors überprüfen welche Lebensmittel und Testmahlzeiten welche Blutzuckerwerte bei dir hervorrufen.

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Fazit

Einige wissenschaftliche Studien deuten drauf hin, dass Magnesium als Prophylaxe von Migräneanfällen wirksam sein könnte. Insgesamt ist die Studienlage aber eher uneindeutig, weshalb noch nicht abschließend geklärt ist, ob es wirksam Migräne vorbeugen kann oder nicht. Da ein Magnesiummangel aber mit Migräneattacken in Verbindung gebracht wird5, ist es in jedem Fall sinnvoll auf eine ausreichende Magnesium Zufuhr zu achten und einen Mangel zu vermeiden. Die Leitlinienexpert:innen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft beschreiben die Studiendaten zu Magnesium als Prophylaxe ebenso als nicht völlig schlüssig.

Wenn du noch auf der Suche nach einer nicht-medikamentösen Prophylaxe ohne Nebenwirkungen aber mit überzeugender Studienlage bist, probiere doch einfach mal sinCephalea aus.

Quellen

    1. Elmadfa I, Leitzmann C. Ernährung des Menschen. 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Verlag Eugen Ulmer; 2019.
    2. Diener HC, Gaul C, Kropp P. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne: Entwicklungsstufe: S1. Nervenheilkunde. 2022;37(10):689-715. doi:10.1055/s-0038-1673598
    3. Karimi N, Razian A, Heidari M. The efficacy of magnesium oxide and sodium valproate in prevention of migraine headache: a randomized, controlled, double-blind, crossover study. Acta Neurol Belg. 2021;121(1):167-173. doi:10.1007/s13760-019-01101-x
    4. Khani S, Hejazi SA, Yaghoubi M, Sharifipour E. Comparative study of magnesium, sodium valproate, and concurrent magnesium-sodium valproate therapy in the prevention of migraine headaches: a randomized controlled double-blind trial. J Headache Pain. 2021;22(1):21. doi:10.1186/s10194-021-01234-6
    5. Chen PY. Effects of Intravenous and Oral Magnesiumon Reducing Migraine: A Meta-analysis ofRandomized Controlled Trials. Pain Physician. 2016;1;19(1;1):E97-E112. doi:10.36076/ppj/2016.19.E97
    6. Webster KE, Dor A, Galbraith K, et al. Pharmacological interventions for acute attacks of vestibular migraine. Cochrane Database Syst Rev. 2023;2023(4):CD015322. doi:10.1002/14651858.CD015322.pub2
    7. Magnesium – was ist zu beachten? Verbraucherzentrale.de. Accessed July 27, 2023. https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/magnesium-was-ist-zu-beachten-8003
    8. Magnesium. DGE. Accessed July 28, 2023. http://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/
    9. Bongiovanni D, Benedetto C, Corvisieri S, et al. Effectiveness of ketogenic diet in treatment of patients with refractory chronic migraine. Neurol Sci Off J Ital Neurol Soc Ital Soc Clin Neurophysiol. 2021;42(9):3865-3870. doi:10.1007/s10072-021-05078-5
    10. Siva ZO, Uluduz D, Keskin FE, et al. Determinants of glucose metabolism and the role of NPY in the progression of insulin resistance in chronic migraine. Cephalalgia. 2018;38(11):1773-1781. doi:10.1177/0333102417748928
    11. Lelleck VV, Schulz F, Witt O, et al. A Digital Therapeutic Allowing a Personalized Low-Glycemic Nutrition for the Prophylaxis of Migraine: Real World Data from Two Prospective Studies. Nutrients. 2022;14(14):2927. doi:10.3390/nu14142927

Über den/die Autor:in

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Kaya Harms

Kaya studiert Medizinische Ernährungswissenschaften im Bachelor. Durch ihr Studium sieht sie eine besondere Relevanz in der Schnittstelle aus Ernährung und Medizin. Als Werkstudentin bei Perfood im Bereich Marketing möchte sie Wissen kreativ und für jeden verständlich vermitteln.
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