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Kleine Lifehacks gegen Kopfschmerzen und Migräne

Lifehacks gegen Migräne & Kopfschmerzen / Bild: Todd Quackenbush via Unsplash

Birgit Schmitz
Birgit Schmitz

Birgit Schmitz leitet den Hamburger Verlag Hoffmann & Kampe und ist Schriftstellerin. In ihrem Buch "Der Schmerz ist die Krankheit" schreibt sie über ihre chronischen Spannungskopfschmerzen.

Gewohnheiten: Von den Guten wollen wir immer mehr und die Schlechten möchten wir möglichst vermeiden. In der Realität ist das gar nicht so einfach: Gewohnheiten bestimmen unser Leben und lassen sich oft nur schwer ändern. Das verkünden Ratgeber und Lifestyle-Experten, aber auch Psychologen und Forscher. Ich bin kein Forscher und kein Coach, aber ich kenne mich gut mit Kopfschmerzen aus und weiß, wie sich der Alltag für Betroffene anfühlt. Kopfschmerzen haben auch mein Leben umgekrempelt. Gute und schlechte Gewohnheiten haben sich dabei einen epischen Kampf geliefert. Die guten Eigenschaften haben oft genug gewonnen, bis sich die schlechten von hinten wieder anschlichen und übernommen haben.

Doch es gibt sechs Dinge, an die ich mich selbst immer wieder gern erinnere und die tatsächlich etwas verändern. Drei Dinge solltet ihr unbedingt sein lassen und mit den anderen drei bitte anfangen. Dabei bitte nicht von Rückschlägen abbringen lassen. Die gehören halt auch irgendwie dazu.

1. Hör auf, es nicht so genau wissen zu wollen

Der Mensch verdrängt Unangenehmes – er ist sogar sehr gut darin. Beim Schmerz nützt das wenig. Stattdessen sollte man sich an die einfache Formel halten: Wer mehr als 15 Tage im Monat drei Monate hintereinander Schmerzen hat, bei dem sind die Schmerzen chronisch. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, denn häufig genug kann man nur wenig über die Ursachen und Auslöser der Migräne und Kopfschmerzen sagen. Aber je präziser man weiß, wie viele Tage im Monat man darunter leidet, desto besser kann ein Arzt seine Diagnose stellen und Behandlungsvorschläge machen. Nicht nur das, auch ihr selbst hört auf euch etwas vorzumachen. Niemand will schwarz auf weiß nachlesen, wie schlimm (oder auch wie gut) es um einen steht, wann und wie lange er gelitten hat. Noch weniger möchte man ganz genau wissen, wie schnell die Packung Paracetamol aufgebraucht war. Aber die Anzahl der monatlichen Kopfschmerztage können einen Unterschied machen.

2. Fang damit an, alles aufzuschreiben

Um dem Verdrängen entschieden entgegen zu treten, hilft: aufschreiben, dokumentieren, notieren. Ich wiederhole mich, denn in meinem allerersten Blogeintrag habe ich das bereits erwähnt, aber es kann nicht oft genug gesagt werden, dass das Dokumentieren eine zentrale Säule der Schmerztherapie ist. Also, ab sofort jeden Abend zwei Minuten Zeit nehmen und alles ehrlich und nach bestem Wissen und Gewissen aufschreiben.

3. Hört mit der Selbstmedikation auf

Jeder und jede von uns hat sich seinen eigenen kleinen Cocktail zusammengebastelt, der während einer Attacke zum Einsatz kommt. Für die einen sind es frei verkäufliche Schmerzmittel, andere schwören auf Triptane, der nächste versucht es mit pflanzlichen Präparaten und dann kommen noch so allerhand Hokuspokus, über den ich hier gar nicht spekulieren will. Ich gestehe, auch in meinen Medikamentenschrank finden sich Globuli, die angeblich gegen Kopfschmerzen helfen.

4. Mach einen Termin bei einem Spezialisten

Vielleicht klingt es für manche eher banal, aber mir sind zu viele Menschen begegnet, die selbst nach Jahren oder gar Jahrzehnten mit Migräne nie bei einem Neurologen waren. Deshalb unbedingt noch in dieser Woche einen Termin mit einem Spezialisten verabreden. Zwar betragen die Wartezeiten oft Wochen oder Monate, aber es lohnt sich, für die Häufigkeit und Art der Schmerzen Expertenrat einzuholen.

5. Traue nicht jedem Ratschlag

Jeder der Schmerzen hat, kennt das Gefühl. Man ist innerlich oft in Alarmbereitschaft um bloß keine Kopfschmerzattacke zu riskieren. In einem solchen Zustand ist man anfällig für Ratschläge. Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass Ratschläge meist mehr mit der Situation des Ratgebenden (ob es dieses Wort überhaupt gibt?) zu tun hat, als mit deiner eigenen. Deshalb auch gut gemeintes ignorieren und stattdessen..

6. Mit dem gesundem Menschenverstand Veränderungen vornehmen

Bewegung, ausreichend Schlaf, Ingwer, Meditieren, Pfefferminztee, mehr Wasser trinken… ich könnte die Liste endlos fortsetzen. All das kann nicht falsch sein und wird mit Sicherheit zu mehr Wohlbefinden führen. Also, warum nicht einfach zwei Dinge aussuchen, nächste Woche vornehmen und zu schauen, was sie bewirken. Das mögen nur kleine Schritte sein, aber sie führen hoffentlich zu den guten Gewohnheiten.