Durch die Nutzung unserer Website erklärst du dich ausdrücklich mit dem Einsatz von Cookies und der Verwendung deiner persönlichen Daten zum Zweck der Verbesserung unseres Internetangebots einverstanden. Diese Einwilligung umfasst auch den Einsatz von Dienstleistern durch uns, sowie die Weitergabe deiner Daten zu diesem Zweck. Nähere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung. .

Ich stimme zu

#MigraineFaces – Sabrina Wolf: Migräne braucht Aufklärung

Carol Kacperski
Carol Kacperski

Carol hat Literatur- und Kulturwissenschaften studiert und ein Talent dafür, die Dinge charmant auf den Punkt zu bringen. Bei M-sense liebt sie das posten, sharen und vor allem das Gefühl, etwas Sinnvolles zu bewegen.

Zur Migraine Awareness Week wollen wir gemeinsam mit euch unter dem Hashtag #MigraineFaces darauf aufmerksam machen, wie stark Migräne das Leben einschränkt und wie sehr Betroffene immer noch mit Klischees und Unverständnis zu kämpfen haben.

Viele Migräne-Betroffene fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Ob in der Schule belächelt, im Familien- und Freundeskreis missverstanden oder im Job ausgegrenzt, etwa neun Millionen Deutsche, die unter der chronischen Krankheit leiden, kämpfen täglich gegen Vorurteile.

*** Macht mit: Teilt eure Migräne-Geschichten und -Gesichter mit dem Hashtag #MigraineFaces auf Facebook, Instagram oder Twitter – ungeschminkt oder stilisiert, alles ist erwünscht 🤕😎🤮🤠😵👽🤯 ***


So geht es Sabrina mit ihrer Migräne:


Seit wann und wie oft hast du Migräne?

Ich habe Migräne mit Aura seit ich 16 bin und habe 10 - 15 Migräneattacken monatlich.


Was machst du gegen die Schmerzen?

Gegen die Schmerzen während einer Attacke probiere ich meistens erstmal Maßnahmen wie Schlafen, Dunkelheit oder die Progressive Muskelentspannung. Wenn das nicht funktioniert, dann bleibt mir leider nur Triptan zu nehmen – was auch in den meisten Fällen wirkt.

Vorbeugend mache ich viermal die Woche Ausdauersport (Walken oder Fahrrad fahren), fast täglich Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung,Yoga oder Meditation und versuche einen regelmäßigen Essens- und Schlafrhythmus beizubehalten. Seit kurzem nehme ich als medikamentöse Prophylaxe Betablocker.


Wie läuft eine Attacke bei dir ab?

Es gibt Tage, an denen wache ich direkt mit Migräne auf und hatte keinerlei Vorboten. Manchmal habe ich am Tag zuvor Heißhunger auf Süßigkeiten wie Schokolade (die ja bekanntlich kein Auslöser ist). An anderen Tagen habe ich eine Aura, diese zeichnet sich bei mir durch ein Kribbeln in einem Arm aus - auf dieser Seite folgt dann auch der Kopfschmerz.

Während der Kopfschmerzphase habe ich in den meisten Fällen als Begleiterscheinungen Übelkeit – manchmal mit Erbrechen –, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit.

In den meisten Fällen habe ich eine Attacke, die einen Tag geht und welche ich mit Triptan ganz gut in den Griff bekomme. Allerdings gibt es auch Tage, da kommt die Migräne am nächsten Tag wieder – oder ich habe sie zwei Tage durchgängig. Manchmal habe ich vier bis sechs Migränetage am Stück – in diesen Phasen fühle ich mich besonders eingeschränkt.



Wann hast du dich besonders stigmatisiert gefühlt?

Ich fühle mich eigentlich immer stigmatisiert, wenn ich blöde Kommentare an den Kopf geworfen bekomme.

Was ich oft höre ist z. B. "Du siehst gar nicht krank aus!" oder "Du hast bestimmt zu wenig getrunken!"

Solche Situationen sind für mich immer besonders schwierig, da ich auf der einen Seite keine Lust habe, mit diesen Menschen zu diskutieren und mich zu erklären, aber auf der anderen Seite müssen genau diese Menschen aufgeklärt werden.



Warum sprichst du über deine Migräne?

Mit meinem Podcast „Gewitter im Kopf“ möchte ich zum einen über Migräne aufklären und auch Betroffene mit weiteren Informationen versorgen. Gleichzeitig möchte ich Betroffenen eine Plattform geben, über ihre Krankheit zu sprechen und ihre Geschichte mit andren zu teilen – daher nehme ich auch Interviews mit Betroffenen auf.

Mein Podcast erreicht inzwischen so viele Menschen und wächst immer mehr, das ist für mich schön zu sehen.

Auf meinem Instagram-Account zum Podcast teile ich Momente aus meinem Leben, Infografiken und fundiertes Wissen. Auf diese Weise bin ich mit vielen tollen Menschen im Austausch und kann eine Hilfe sein – gleichzeitig gibt mir das alles Kraft.

In meiner Facebook-Gruppe zum Podcast können Betroffene untereinander in den Austausch treten und Fragen stellen oder Erfahrungen austauschen – diese Community ist auch für mich wirklich sehr wertvoll, da ich kaum Betroffene in meinem Umfeld habe, mit denen ich über meine Krankheit sprechen kann und auf diese Weise merke ich, dass ich nicht allein bin.