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Tipp für kopfschmerzgeplagte Eltern: die Eltern-Kind-Kur

Stefka Lysk
Stefka Lysk

Stefka ist Psychologin und gestaltet bei M-Sense die Entwicklung des Therapieteils mit. Sie behandelt Patienten ambulant psychotherapeutisch und hat einen Lehrauftrag für Entspannungsverfahren und Arzt-Patienten-Kommunikation an der Charité.

Leider machen Migräne und Kopfschmerzen auch vor Eltern nicht Halt. Viele Mütter und Väter sehen den stressigen Alltag und die Schwierigkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, als Hauptauslöser für Migräne oder Kopfschmerzen an. Hinzukommt der altbekannte Bewegungsmangel: Denn wer hat zwischen Kita, Schule und Büro schon Zeit für Sportangebote? Zusätzlich stehen der kinderbedingte Schlafmangel, das abendliche Glas Wein oder unregelmäßige Mahlzeiten als Kopfschmerzauslöser im Verdacht.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es für kopfschmerzgeplagte Eltern spezielle Angebote gibt: die Mutter-Kind-Kur, bzw. Vater-Kind-Kur. Eine solche Eltern-Kind-Kur bietet die ideale Möglichkeit, den eigenen Lebensstil zu reflektieren und neue Wege auszuprobieren. Egal ob in den Bergen oder an der See: Ziel ist es, sich Zeit für sich zu nehmen und sich selbst wieder in den Fokus zu rücken!

Wer bezahlt die Eltern-Kind-Kur?

Mutter-Kind-Kuren und Vater-Kind-Kuren sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen, da sie, nach dem Sozialgesetzbuch, der medizinischen Vorsorge und medizinischen Rehabilitation dienen. Es ist lediglich eine Zuzahlung von 10€ pro Tag fällig. Beim Arbeitgeber besteht in dieser Zeit ein Anspruch auf Entgeldfortzahlung und die Eltern-Kind-Kur wird nicht auf die Urlaubstage angerechnet. Jeder gesetzlich Versicherte hat alle vier Jahre Anspruch auf solch eine Kur.

Wer bekommt eine Eltern-Kind-Kur?

Um eine Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur zu bekommen, muss eine Vorsorge- oder Rehabilitationsbedürftigkeit vorliegen. Als Indikation gelten u.a. Erschöpfungszustände, Rückenschmerzen, Adipositas, Diabetes mellitus, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und eben auch Migräne und Spannungskopfschmerzen!

Da es sich um eine Eltern-Kind-Kur handelt, muss die Antragstellerin oder der Antragsteller die Erziehungsverantworung für mindestens ein Kind unter 18 Jahren tragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um leibliche Kinder, Stiefkinder, Pflegekinder oder Enkelkinder handelt. Die Kinder fahren dann in der Regel auch bis zum 12. Lebensjahr mit zur Kur. Behandlungsbedürftige Kinder können, je nach Indikation und Einrichtung, ebenfalls mitbehandelt werden. Dabei können psychische Erkrankungen, wie z.B. ADHS, ebenso eine Rolle spielen wie Asthma, Neurodermitis, Kopfschmerzen oder Übergewicht.

Was für Leistungen erhalte ich bei einer Eltern-Kind-Kur?

Eine Eltern-Kind-Kur dauert in der Regel drei Wochen und stellt eine Komplexleistung dar. Je nach Lage der Klinik (Meer oder Berge) gibt es verschiedene sport-, physio- und psychotherapeutische Therapieangebote. Für Kopfschmerzpatienten werden in einigen Kliniken auch spezielle Schulungen angeboten. Auch gibt es Fango, Massagen, Einzelkrankengymnastik und spezielle Gruppenangebote (wie Rückenschule, Aqua Training und Nordic Walking). Hinzu kommen Entspannungsverfahren (wie PMR oder Meditation) und psychosoziale Gruppenberatung, z.B. zu Themen wie Stressbewältigung und elternspezifischen Belastungen.

Darüber hinaus bieten die Einrichtungen meist eine Ganztagskinderbetreuung, so dass die eigene Entspannung und Regeneration einen großen Teil des Aufenthalts ausmacht. Es bleibt genug Zeit für ausgiebige Spaziergänge, Skilaufen oder Saunagänge. Auch wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Idealerweise bekommt man viele Tipps und Tricks für eine entspanntere und gesündere Alltagsgestaltung nach der Kur.

Wo stelle ich den Antrag oder werde beraten?

Der Antrag ist bei der Krankenkasse zu stellen. Verschiedene Beratungsstellen können einem beim Antragsverfahren und bei der Auswahl der passenden Klinik helfen. Hierbei ist der Deutsche Arbeitskreis für Familienhilfe e.V., mit Beratungsstellen in Hamburg, Bremen, Berlin oder Stuttgart, zu empfehlen. Eine große Auswahl an Kliniken mit dem Schwerpunkt Kopfschmerzen und Migräne findet man auch bei der Arbeitsgemeinschaft Eltern & Kind Kliniken.